Jun 23, 2021 Marcus Paula 136times

Kultusministerin Schopper besuchte das Berufliche Schulzentrum Hechingen

Cindy Holmberg (MdL), Kultusministerin Theresa Schopper, Schulleiter Dr. Roland Plehn und seine Stellvertreterin Frau Schneider-Loye Cindy Holmberg (MdL), Kultusministerin Theresa Schopper, Schulleiter Dr. Roland Plehn und seine Stellvertreterin Frau Schneider-Loye

Hoher Besuch hatte sich am Mittwoch am Beruflichen Schulzentrum Hechingen (BSZ) angekündigt: Die neue Kultusministerin des Landes, Frau Theresa Schopper, wollte sich vor Ort über das berufliche Schulwesen informieren.

„Das ist ja eine tolle Aussicht!“, zeigte sich Kultusministerin Frau Schopper angesichts des Panoramas aus einem Klassenzimmer mit der Burg Hohenzollern beeindruckt. Auch der Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Hechingen-Münsingen, Frau Cindy Holmberg, Frau Dr. Veronika Nölle vom Kultusministerium und der Schulpräsidentin Frau Susanne Pacher gefiel die Aussicht auf Burg und Alb. Doch der Besuch am Schlossacker galt nicht in erster Linie der Aussicht, sondern dem beruflichen Schulwesen.

Begrüßt wurde der hohe Besuch von Schulleiter Dr. Roland Plehn, seiner Stellvertreterin Frau Leonie Schneider-Loye und den Abteilungsleiterinnen und -leitern der Schule. Schulleiter Plehn nahm den Besuch der Ministerin zum Anlass, den Gästen das BSZ exemplarisch für das Wirken und Gestalten der beruflichen Schulen im Land vorzustellen. „Berufliche Schulen sind in hohem Maße innovativ, kreativ, pragmatisch und lösungsorientiert“, sagte Herr Plehn. „Wir müssen das sein und wir sind es gerne, denn wir zeichnen uns durch eine noch stärkere Heterogenität als die allgemeinbildenden Schulen aus“, so der Schulleiter weiter. Nach dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“ seien in besonderem Maße die beruflichen Schulen die adäquate Antwort auf soziale Bildungsbenachteiligungen.

„Wir wissen am Kultusministerium sehr wohl, welches Pfund wir in den beruflichen Schulen haben“, stimmte Frau Schopper zu. Das mache sie auch mit diesem Besuch deutlich, denn dies sei erst ihr zweiter Schulbesuch in ihrer Amtszeit als Kultusministerin. Heute wolle sie wissen, wo die beruflichen Schulen der Schuh drücke und in welchen Bereichen Unterstützung nötig sei. Nachdem Dr. Plehn die einzelnen Schularten des BSZ näher vorgestellt hatte, nahm er das Angebot der Ministerin an, um auf das Thema „Digitalisierung“ zu sprechen zu kommen. Ein großes Problem sieht der Schulleiter im Spannungsfeld von Praktikabilität und Datenschutz. „Die beruflichen Schulen müssen mit derselben Software wie die Ausbildungsbetriebe arbeiten. Diese Software ist nun mal sehr häufig von Microsoft. Ich habe Verständnis dafür, dass der Landesbeauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit dies kritisch sieht. Doch wenn uns das Arbeiten mit Lizenzsoftware, wie beispielweise Navision, eine Unternehmenssoftware von Microsoft, versagt werden sollte, werden wir auf dem direkten Weg zu Papier und Stift sein. Bei allen Beteiligten würden wir Frustration und Unverständnis erleben“, so Schulleiter Plehn. Die Kultusministerin zeigte sich für eine Lösung dieses Problems sehr aufgeschlossen und sagte zu, sich für ein tragfähiges Ergebnis einzusetzen.

Auch dem VABO (Vorqualifizierungsjahr Arbeit-Beruf ohne Deutschkenntnisse) statte Frau Schopper einen Besuch ab.

Anschließend besuchte Frau Schopper drei verschiedene Klassen des Schulzentrums. In einer Altenpflege-Klasse der Berufsschule konnten die Schülerinnen und Schüler der Ministerin von den Herausforderungen in Corona-Zeiten berichten. „Ausbildung und Arbeit zu managen, fällt zurzeit nochmal schwerer, wenn man Kinder hat, die im Homeschooling sind“, sagte etwa eine Schülerin. Auch dem VABO (Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf ohne Deutschkenntnisse) und einer Übungsfirmen-Klasse des Berufskollegs stattete Frau Schopper einen Besuch ab.

Kultusministerin Theresa Schopper und Cindy Holmberg (MdL) ließen sich von der Wirtschaftslehrerin Sabine Heinemann erklären, wie eine Übungsfirma funktioniert.

Danach stellten verschiedene Lehrkräfte mit dem Fokus auf Lernbegleitung und Digitalisierung in kurzen Präsentationen die Schule näher vor: Studiendirektorin Christiane Winz verwies darauf, wie gut die Schule bereits vor dem ersten Lockdown aufgestellt gewesen sei und wie sich das BSZ bis zum zweiten Lockdown weiterentwickelt habe; Frau Julia Schmiedeberg zeigte, wie am Schulzentrum das Lerncoaching aufgebaut ist; Frau Ariane Ruff präsentierte den Themenbereich „Projektorientiertes Lernen“; Frau Anna Lorenz gab einen Einblick in das von Schülerinnen und Schülern entworfene virtuelle „Emilia-Galotti-Museum“; Frau Alexandra Rothweiler präsentierte die digitalen Infoabende und Werbewochen des BSZ sowie dessen Auftritt in den sozialen Medien und wie dieser weiterentwickelt werden wird; die stellvertretende Schulleiterin, Frau Schneider-Loye, zeigte am Beispiel der kürzlich stattgefundenen „Green Weeks“, wie die Schule das Thema Nachhaltigkeit angeht; und Schulleiter Plehn präsentierte der Ministerin verschiedene Kooperationen der Schule mit außerschulischen Partnern, etwa der Universität Tübingen im Bereich Mathematik und natürlich den Ausbildungsbetrieben.

„Für mich war das ein überaus wertvoller Besuch“, sagte die Ministerin. Nicht nur für die weiteren Planungen, sondern auch für die politischen Debatten sei es wichtig, die Realitäten vor Ort zu kennen. „Und wenn ich einmal weitere Fragen habe, weiß ich ja jetzt, wo ich anrufen kann“, bedankte sich Kultusministerin Schopper abschließend für die Einladung.