Berufskolleg

Berufskolleg (4)

Seit dem Jahr 2008 besteht bereits eine enge Zusammenarbeit zwischen der Hechinger Beruflichen Schule und Trigema. Nachdem sich der Kontakt in der letzten Zeit rein virtuell gestaltet hat, war es an der Zeit, die Patenfirma mal wieder vor Ort zu besuchen.

Die Übungsfirma „Tristyle“ des Berufskollegs des Beruflichen Schulzentrums Hechingen (BSZ) vertreibt virtuell Produkte von Trigema. Auch mit der Kaufmännischen Berufsschule des BSZ besteht eine enge Verbindung, da die angehenden Industriekaufleute von Trigema dort zwei Tage in der Woche die Schulbank drücken.

Doch Unterricht muss nicht ständig in der Schule erfolgen: Die Kooperation zwischen Schule und Trigema sieht es immer wieder vor, dass Auszubildende einer Industrie-Klasse des zweiten Lehrjahres ihren Ausbildungsbetrieb direkt in dessen Räumlichkeiten vorstellen. Dieses Jahr übernahmen Laura Löffler, Konstantina Pantazopuolos und Tabea Traut diese Aufgabe. Von ihnen erhielten die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs sowie die betreuenden Lehrer, Christian Amann und Andreas Dominik, bei einem Betriebsrundgang tiefe Einblicke in die Produktion des Familienunternehmens. Besonders beeindruckt zeigten sich die Hechinger Gäste vom kürzlich fertiggestellten Anbau, dem neuen Verpackungszentrum und der ebenfalls neuen 45m langen Wasch- und Bleichmaschine.

Christian Amann und Andreas Domink betonten gemeinsam, wie sehr sie die Zusammenarbeit mit Trigema schätzen: „Die Nähe zum Betrieb ist uns sehr wichtig. Unsere Übungsfirma „Tristyle“ handelt zwar nur virtuell mit den Produkten von Trigema, dass dies aber sehr nahe an der Realität ist, hat der heutige Besuch allen klargemacht. Damit sind unsere Schülerinnen und Schüler bestens auf eine kaufmännische Ausbildung oder eine duales Studium vorbereitet.“

Okt 22, 2021

Am Beruflichen Schulzentrum Hechingen wurden die Absolventinnen und Absolventen des Berufskollegs feierlich verabschiedet.

Bereits wie letztes Jahr fand die Berufskolleg-Verabschiedung in einem kleineren, aber dafür familiäreren Rahmen als gewohnt statt. Zwar hatte der Abteilungsleiter des Berufskollegs, Christian Bisinger, voller Zuversicht die Stadthalle Museum schon gebucht, aber dann coronabedingt doch noch einen Rückzieher machen müssen.

Abteilungsleiter Christian Bisinger

Daher erhielten die Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse und Auszeichnungen in der Schule am Schlossacker, womit es den Eltern verwehrt war, am Ehrentag ihrer Kinder teilzunehmen. Dennoch ließen Christian Bisinger sowie die Lehrkräfte es sich nicht nehmen, den Absolventinnen und Absolventen zum Abschluss und damit zur Fachhochschulreife zu gratulieren. „Die meisten von Ihnen haben jetzt zwei besondere Jahre hinter sich. Trotz digitaler Unterstützung durch die Lehrkräfte mussten Sie sich selbstorganisierter den Lehrstoff aneignen und auf die Prüfungen vorbereiten als alle Jahrgänge zuvor“, räumte Herr Bisinger ein. Doch dies müsse letztlich kein Nachteil sein, sondern könne auch als gute Vorbereitung auf die kommende Zeit an der Fachhochschule gesehen werden. Auch sein Stellvertreter Timotheus Schmid zollte den Absolventinnen und Absolventen des 2021-er Berufskolleg-Jahrgangs großen Respekt: „Sie sind mit mehr Unterrichtsformen – sei es Präsenzunterricht mit und ohne Maske, Hybridunterricht oder Wechselunterricht – klargekommen als sämtliche Schülergenerationen vor Ihnen.“ Herr Bisinger wünschte allen viel Erfolg auf dem weiteren Lebensweg, in den hoffentlich bald wieder eine Normalität ohne Corona einkehren möge.

Nach der Übergabe der Zeugnisse und Auszeichnungen bedankten sich die Absolventinnen und Absolventen bei den Lehrkräften mit Blumen, Kräutern und kleinen Geschenken. Im Innenhof der Schule konnten sich danach Lehrkräfte sowie Absolventinnen und Absolventen über die gemeinsam verbrachte Zeit austauschen und sich persönlich verabschieden.

Insgesamt haben 112 Schülerinnen und Schüler den Abschluss geschafft und damit nun die Möglichkeit, zu studieren, ein duales Studium zu starten oder eine anspruchsvolle Ausbildung zu beginnen. Die Beste des 2021-er Jahrgangs ist Annika Vögele mit einem Schnitt von 1,0.

Preise erhielten Fiona Berisha, Tatjana Faigle, Selina Göggel, Linda Hartmann, Fabian Hauschel, Nina Ivkovic, Mara Kipp, Yvonne Klein, Clara Kränzler, Lisa-Marie Luik, Zerda Oral, David Sinega, Nadine Suckow, Annika Vögele, Luisa Walz und Berivan Zorlu.

Über eine Belobigung freuten sich Emily Bäßler, Amelie Bertsch, Anastazija Bilanovic, Leonie Braun, Jessica Erich, Lois Fechter, Denise Fleiner, Eros Gallinaro, Sebastian Gaus, Yannick Gutwein, Emanuel Hasani, Jonas Henle, Lukas Kelin, Janina Kunze, Jonas Kunze, Lucas Laile, Colin Langenhan, Julia Mayer, Jacqueline Meier, Atdhetar Morina, Valerina Mustafa, David Nill, Ceyda Özkan, Maja Pfeffermann, Emilie Reichert, Lisa Schäfer, Nicole Schakslykov, Arta Schala, Selin Staiger, Vivien Schweigert, Stefanie Tiedemann, Metin Trigg und Sudenur Ucar.

Berufskolleg Fachhochschulreife, Klassenlehrer Joachim Dietrich

Berufskolleg Gesundheit und Pflege, Klassenlehrer Timotheus Schmid

Berufskolleg Wirtschaft, Klassenlehrer Markus Riester

Berufskolleg Wirtschaft, Klassenlehrerin Madeleine Sautter

Berufskolleg Wirtschaftsinformatik, Klassenlehrer Andreas Dominik
Jul 15, 2021

Am Beruflichen Schulzentrum Hechingen wurden in einer kleinen Feier die Absolventinnen und Absolventen des Berufskollegs verabschiedet.

Bedingt durch Corona fiel die diesjährige Verabschiedung des Berufskollegs anders als gewohnt aus. Statt im Hechinger Museum erhielten die Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse und Auszeichnungen in der Schule am Schlossacker, außerdem war es den Eltern verwehrt, am Ehrentag ihrer Kinder teilzunehmen. Dennoch ließen es sich Schulleiter Dr. Roland Plehn, Berufskolleg-Ableitungsleiter Christian Bisinger sowie die Klassenlehrerinnen und -lehrer es sich nicht nehmen, den Absolventinnen und Absolventen zum Abschluss und damit zur Fachhochschulreife zu gratulieren. „Dieses Jahr war ein besonderes Jahr. Trotz digitaler Unterstützung durch die Lehrkräfte mussten Sie sich eigenständiger auf die Prüfungen vorbereiten als alle Jahrgänge zuvor. Deshalb sind Sie auch ein besonderer Jahrgang, der auf sich stolz sein kann“, zollte Schulleiter Plehn dem Jahrgang 2020 seinen Respekt. Auch der Abteilungsleiter des Berufskollegs, Christian Bisinger, war voll des Lobes. „Mit einem Schnitt von 2,4 sind wir als Schule unter diesen Bedingungen wirklich zufrieden. Sie haben damit die erste große Feuerprobe bestanden. Wir alle wünschen Ihnen viel Erfolg auf dem weiteren Lebensweg, in den hoffentlich bald eine Normalität ohne Corona einkehrt“, verabschiedete Herr Bisinger den Berufskolleg Jahrgang 2020.

Preise erhielten Daniel Bachmeier, Jann Depperschmidt, Jannik Eger, Angelika Filatov, Nadja Fröhle, Lukas Hörmle, Flora Inturrisi, Tim Jehle, Amelie Letzgus, Vanessa Salzmann, Carina Schluck, Madeleine Stemmer, Annika Straub, Laura Tot, Lea Weber, Moritz Weber und Svenja Weingardt.

Über eine Belobigung freuten sich Angela Abrell, Sira Berner, Ellen Breil, Tutku Demirkesen, Luca Di Santo, Muhammed Furkan Dönmez, Carina Ellenberger, Konrad Engelhart, Adrian Franke, Laura Freiberg, Fritz Furtwaengler, Chiara Hatt, Alessandra Kohle, Laura Kohle, Sonja Mair, Sofie Ohlwein, Ercan Özsevgic, Jens Papadopoulos, Quint Raica, Josua Ritzmann, Yannik-Aziz Sager, Eileen Schöllkopf, Selina Stemmler, Shania Stengel und Marie-Louice Zachow.

Jul 21, 2020

Am Beruflichen Schulzentrum Hechingen hat eine Klasse des Berufskollegs ihr Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt: Mit Geschichten zu den Einzelschicksalen der deportierten Hechinger Juden wollen sie einen Beitrag dazu leisten, die Geschichte lebendig zu halten.

Von Dezember bis März dieses Schuljahres beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Berufskolleg-Klasse zum Erwerb der Fachhochschulreife intensiv mit der Geschichte der Hechinger Juden. Anstoß hierzu kam von außerhalb der Schulgemeinschaft: Ein Sponsor wollte die Finanzierung von Stolpersteinen übernehmen, um etwas gegen das Vergessen der einfachen, nicht prominenten Juden im Nationalsozialismus zu tun. Grund war eine Geschichte, die ihm sein Großvater erzählte. Dieser wurde immer wieder von einer jüdischen Frau um Essen für sich und ihre Kinder gebeten. Der Großvater half ihr bereitwillig, obwohl er so seine eigene Sicherheit aufs Spiel setzte. Doch eines Tages kündigte sie an, sie könne morgen nicht mehr kommen. Bis heute weiß man nicht genau, wer sie war und wie und wo sie zu Tode kam. „Die Schülerinnen und Schüler waren ergriffen von dieser Geschichte. Es war ihnen ein Bedürfnis, die einfachen Leute nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, erklärte die das Projekt leitende Oberstudienrätin Pamela Rosenhahn. Allerdings konnte sich die Klasse mit den Stolpersteinen nicht anfreunden. „Uns hat die Vorstellung, dass man auf den Stolpersteinen läuft, sie letztlich mit Füßen tritt, nicht gefallen“, sagte Esma Kaya. Die Klasse fand jedoch eine Form des Erinnerns, die ihr angemessen erscheint.

Die Präsentation der ersten Ergebnisse hätte eigentlich schon viel früher stattfinden sollen, musste aber wegen Corona verschoben werden. Dass die Schülerinnen und Schüler eine sehr gute Form des Erinnerns gefunden haben, zeigte die prominente Gästeschar: Landrat Günther-Martin Pauli, Bürgermeister Philipp Hahn, Lothar Vees und Benedict von Bremen von der Initiative Hechinger Synagoge sowie Kreisschuldezernent Karl Wolf ließen es sich nicht nehmen, der Präsentation auf dem Pausenhof am Schlossacker beizuwohnen.

Landrat Pauli zeigte sich begeistert vom Projekt der Klasse. „Wir leben in einem Kreis, in dem es nicht nur zwei Konzentrationslager gab, sondern in dem auch in Hechingen und Haigerloch große jüdische Gemeinden vernichtet wurden. Gerade jüngeren Menschen muss am Ort des Geschehens diese Vertreibung und Vernichtung präsent sein. Wir dürfen vor unserer schlimmen regionalen Geschichte nicht die Augen verschließen, auch um vor diesem Hintergrund unsere demokratischen Freiheiten wertzuschätzen. Sie haben dazu einen wichtigen Beitrag geleistet“, lobte der Landrat die Schülerinnen und Schüler.

Auch die stellvertretende Schulleiterin, Frau Schneider-Loye, war voll des Lobes. In einer Zeit, in der Denkmäler mutmaßlicher Rassisten gestürzt werden, stelle sich die Frage, welche Erinnerungskultur historischen Verbrechen gerecht werde. „Ich finde, Auseinandersetzung mit Geschichte heißt vor allem, Geschichten zu erzählen. Die Menschen hinter den Opferzahlen müssen erkennbar werden. Dies ist Ihnen vorbildlich gelungen“, sagte Frau Schneider-Loye.

Die Schülerinnen Esma Kaya und Angelika Filatov betonten in ihrer Ansprache, ihre Motivation sei es vor allem gewesen, einen Beitrag gegen das Vergessen zu leisten, um eine Wiederholung zu verhindern. Ihr Dank galt ihrer Projektleiterin Pamela Rosenhahn, Benedict von Bremen, Lothar Vees, Stadtarchivar Thomas Jauch und nicht zuletzt dem Schulleiter Dr. Roland Plehn, der das Projekt immer unterstützt habe. Zwar verlassen die Schülerinnen und Schüler nun die Schule und damit auch das Projekt, doch wird dieses von anderen Klassen im Seminarkurs des beruflichen Gymnasiums der Schule weitergeführt. „Das Projekt wird damit zum Prozess“, kündigte Schulleiter Dr. Roland Plehn an. Der Vorteil der digitalen Bilderrahmen sei, dass sie sowohl ständig bearbeitet und ergänzt werden als auch an verschiedenen Standorten aufgestellt werden können, sei es in Schulen, Geschäften, im Rathaus oder in der Synagoge, so dass sich bald auch alle Hechinger Bürgerinnen und Bürger über die Schicksale der Hechinger Juden informieren können.  

Artikel aus der HZ (anklicken)

Jul 15, 2020