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Im Rahmen der Ausbildungsoffensive Pflege (2019-2023) des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend wurde im Herbst 2019 die Kampagne „Mach Karriere als Mensch!“ gestartet. Diese hat das Ziel, junge und lebenserfahrene Menschen für eine Ausbildung in der Pflege zu gewinnen. In der zweiten Staffel von „Frühspätnachtdienst mit“ werden die Folgen über die Kanäle des BMFSFJ veröffentlicht, wie die fünf Folgen der ersten Staffel im vergangenen Jahr. Die Videos wurden alle unter der Berücksichtigung der aktuellen Hygieneregeln gedreht. Die Serie wird potenziellen Auszubildenden und potenziellen Umschülerinnen und Umschülern über Facebook, Instagram etc. ausgespielt, um möglichst viele für eine Karriere als Mensch in der Pflege zu gewinnen.

Mehr Informationen zu Serie gibt es hier: auf www.bmfsfj.de und auf www.pflegeausbildung.net

Unser erster Protagonist der zweiten Staffel ist der 19-jährige Felix, der sich im ersten Ausbildungsjahr zur Pflegefachkraft befindet. Felix berichtet über die Struktur der Ausbildung, die in Lerneinheiten geplant ist und keine klassischen Schulfächer mehr kennt. Er schätzt dabei die Vielseitigkeit der Ausbildung und die praktischen Fähigkeiten, die sich die Auszubildenden durch die Unterstützung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter sowie Lehrenden in „Skills-Labs“ aneignen können. In die Zukunft blickt Felix sehr optimistisch, denn durch die dreijährige Ausbildung stehen ihm viele Karrieremöglichkeiten offen – zum Beispiel als Intensivpflegekraft.

Mehr Informationen zu der Folge „Frühspätnachtdienst mit Felix“ und der Pflegeportraitserie gibt es hier: auf www.bmfsfj.de und auf www.pflegeausbildung.net

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Die Abteilung Pflegeberufe des Beruflichen Schulzentrums Hechingen bildete ihre Praxisanleiter*innen online fort. Im Bereich Fort- und Weiterbildung Pflege fand am 20. Januar online eine Veranstaltung für Praxisanleiter*innen zum Thema „Beurteilungen in den Pflegeausbildungen“ statt. Hierzu konnte die Schule Herrn Klaus Dorda, Berater für Pflegeausbildung vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, als Referent gewinnen.

45 Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Einrichtungen haben daran teilgenommen. Aufgrund des hohen fachlich kompetenten Einsatzes konnte die Veranstaltung auch unter Pandemiebedingungen ermöglicht und durchgeführt werden. Die Fortbildung verlief reibungslos und die Teilnehmer*innen waren begeistert. Die digitale Vorbereitung und Durchführung übernahm am Beruflichen Schulzentrum Hechingen Oberstudienrat Jens Stephan.

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Freitag, 23 Oktober 2020 18:39

„Ein Beruf, der glücklich macht“

Seit diesem Ausbildungsjahr ist die Ausbildung in der Pflege neu organisiert. Die Aufteilung in Altenpflege sowie Gesundheits- und Krankenpflege ist Vergangenheit. Stattdessen wird an der Berufsfachschule für Pflege des Beruflichen Schulzentrums Hechingen innerhalb von drei (Vollzeit) beziehungsweise vier Jahren (Teilzeit) zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann ausgebildet. Jennifer Sanyang und Giovanni Giuseppe Iannino haben sich für die neue Ausbildung entschieden und geben darüber persönlich Auskunft.

Was war Ihre Motivation, eine Pflegeausbildung zu beginnen?

Jennifer Sanyang: Ich habe schon immer lieber Geschenke gemacht als welche zu bekommen. Ich kümmere mich einfach gerne um Menschen. Wenn jemand aus den unterschiedlichsten Gründen und Schicksalen körperlich oder geistig eingeschränkt ist, helfe ich besonders gerne. Ich habe bereits eine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten gemacht, aber mir wurde ziemlich schnell bewusst, dass ich noch mehr über den menschlichen Körper erfahren will. Mit der Ausbildung zur Pflegefachfrau kann ich meine soziale Seite mit meinem Wissensdurst verbinden.

Giovanni Giuseppe Iannino: Seit vielen Jahren bin ich privat in der Pflege tätig. Dabei habe ich festgestellt, dass dies meine Berufung ist. Mit der Ausbildung möchte ich meinen Traum verwirklichen und ausgebildeter Pflegefachmann werden.

Wie ist Ihre Ausbildung aufgebaut?

Giovanni Giuseppe Iannino: In den ersten zwei Jahren hat man die Gelegenheit, verschiedene Bereiche der Pflege kennen zu lernen, also etwa Langzeitpflege, Akutpflege und ambulante Versorgung. Erst nach diesen zwei Jahren steht die Entscheidung zwischen Pflege und Altenpflege an.

Jennifer Sanyang: Mir gefällt besonders, dass jeder Azubi im praktischen Teil einen Praxisanleiter hat. Dieser ist in der jeweiligen Einrichtung für uns da und zeigt uns die jeweiligen praktischen Tätigkeiten. Auch in der Schule fühle ich mich sehr gut betreut. Wir haben engagierte und motivierte Lehrkräfte, die uns intensiv begleiten und uns tatkräftig zur Seite stehen.

Was für einen Eindruck haben Sie bisher von Ihrer Ausbildung?

Giovanni Giuseppe Iannino: Ich habe mich für das Beste entschieden. Auch in der Schule sind Theorie und Praxis gut miteinander verknüpft. Neben der Vermittlung der theoretischen Kenntnisse gibt es immer auch praktische Übungen. Die Lehrkräfte sind sehr nett und immer dazu bereit, auftretende Sprachbarrieren abzubauen.

Jennifer Sanyang: Mein Start in die Ausbildung war sehr positiv. Nicht nur in der Schule, sondern auch in meinem Pflegewohnhaus der Evangelischen Heimstiftung in Rosenfeld wurde ich liebevoll aufgenommen. Ich habe tolle Menschen um mich und fühle mich bestens aufgehoben. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, etwa mit einem Praktikum mal ein paar Tage in die Pflege reinzuschnuppern und sich ein eigenes Bild zu machen. Es ist ein spannender, abwechslungsreicher und sehr herzlicher Beruf. Wer sich gerne um Menschen kümmert, kann in diesem Beruf glücklich werden.

In welchem Pflege-Bereich sehen Sie sich nach der Ausbildung?

Giovanni Giuseppe Iannino: Ich habe mich noch nicht festgelegt. Erst möchte ich alle Pflegebereiche kennen lernen und dann eine bewusste Entscheidung treffen.

Jennifer Sanyang: Zurzeit zieht es mich in Richtung Gesundheits- und Krankenpflege. Die neue Ausbildung bietet aber so viele verschiedene Einblicke, dass ich mich noch nicht final festlegen möchte. Ich freue mich einfach auf das, was noch kommt!

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Mit einer neuen Form der Ausbildung ist die Berufsfachschule für Pflege des Beruflichen Schulzentrums Hechingen in das neue Ausbildungsjahr gestartet. Seit diesem Jahr bildet die Schule zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann aus, ein Beruf, der es nach drei (Vollzeit) Jahren beziehungsweise vier Jahren (Teilzeit) erlaubt, in allen Bereichen der Pflege tätig zu sein.

„Die neue Klasse hat 25 Schülerinnen und Schüler“, freut sich Fachbereichsleiterin Caroline Amann darüber, wie gut die neue, generalistische Ausbildung angenommen wird. Die Unterteilung der Ausbildung in Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege beziehungsweise Kinderkrankenpflege gibt es nicht mehr. Stattdessen wird nun zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann ausgebildet. Und diese Neuerung scheine gut anzukommen, zeigt sich Frau Amann optimistisch. Denn im Bereich Pflege müsse man nach wie vor von einem Fachkräftemangel ausgehen: Sei es in Kliniken, Pflegeheimen oder im ambulanten Dienst – überall werden nach wie vor Nachwuchskräfte gesucht.

Mit der neu organisierten Ausbildung müssen sich die Auszubildenden nicht gleich zu Beginn festlegen, in welchen Bereich es später einmal gehen soll. Möglich sind Tätigkeiten in Krankenhäusern, Kinderkliniken, Pflegeheimen, psychiatrischen Einrichtungen und im ambulanten Dienst. „Wir begrüßen diese Offenheit“, bewertet Frau Amann die neue Ausbildung positiv. „Die Auszubildenden haben nicht nur die Chance auf einen dauerhaft sicheren Beruf, sondern erhalten gleich zu Beginn eine Vergütung von über 1100 Euro monatlich“, so Frau Amann weiter. Beginnen kann die Ausbildung, wer entweder einen Mittleren Bildungsabschluss hat oder über einen Hauptschulabschluss mit einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder einer mindestens einjährigen Assistenz- oder Helferausbildung in der Pflege verfügt. Da der Abschluss EU-weit anerkannt ist, kann später auch in der gesamten EU gearbeitet werden.

Um möglichst vielen Menschen eine Ausbildung in der Pflege zu ermöglichen, startet am 1. Februar 2021 die Pflegeausbildung in Teilzeit. Sie richtet sich an Angestellte in Teilzeit und an Menschen, die sich familiär bedingt nur eine Teilzeitarbeit vorstellen können. Während die Vollzeitausbildung drei Jahre dauert, muss man für die Teilzeitausbildung vier Jahre einplanen. An zwei Tagen wird die Schule besucht, ansonsten wird an der jeweiligen Ausbildungsstelle gearbeitet. Die Ausbildung kann bei Bedarf von der Arbeitsagentur finanziell unterstützt werden. Selbstverständlich eröffnen sich auch mit der erfolgreich abgeschlossenen Teilzeitausbildung Weiterbildungen, Spezialisierungen und sogar Studiengänge im Pflegebereich. Die Ausbildung in Teilzeit gibt es im Zollernalbkreis nur in der Hechinger Schule am Schlossberg. Der Anmeldeschluss für die Teilzeitausbildung ist der 18. Dezember 2020, für die Vollzeitausbildung der 1. März 2021.

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Am Beruflichen Schulzentrum Hechingen wurden die Altenpflegerinnen und –pfleger sowie die Altenpflegehelferinnen und –helfer verabschiedet. Es war eine Verabschiedung, die genauso besonders war wie der 2020er-Jahrgang selbst.

„Ich hatte mir Ihre Verabschiedung ganz anders vorgestellt“, richtete Schulleiter Dr. Roland Plehn das Wort an die versammelten Absolventinnen und Absolventen sowie die Lehrkräfte. „Es sollte einen musikalischen Rahmen geben, Ihre Kleidung wäre vielleicht noch festlicher ausgefallen, Ihre Freunde und Familien hätten Sie begleitet und nach dem offiziellen Teil hätte es Sekt und Fingerfood gegeben“, trauerte der Schulleiter der eigentlich geplanten Verabschiedung nach. Denn wegen Corona sollte es ganz anders kommen. Die Verabschiedung fand im Schulgebäude am Schlossberg und nicht in der Stadthalle Museum statt, es gab keine Musik und weil die Hygieneregeln eingehalten werden mussten, wurden die Absolventinnen und Absolventen nach Klassen in vier räumlich und zeitlich getrennte Gruppen eingeteilt. Dies führte auch dazu, dass sich Schulleiter Plehn und die Abteilungsleiterin der Berufsschule, Frau Dorothee Kastner-Jenkewitz, gleich viermal an ihr Publikum wenden durften.

„Leider sind Sie der Corona-Jahrgang“, sagte Schulleiter Plehn, um sich gleich wieder zu korrigieren: „Nein, Sie sind viel mehr als einfach nur der Corona-Jahrgang!“ Denn der 2020er-Jahrgang sei in den letzten Wochen und Monaten besonderen Belastungen ausgesetzt gewesen. „Sie haben nicht nur Großes in der Pflege geleistet, sondern sich nebenher noch auf die Prüfungen vorbereiten müssen“, gab der Schulleiter zu bedenken. „Wir als Schulgemeinschaft sind unendlich stolz auf Sie“, zollte Herr Plehn den Absolventinnen und Absolventen seinen Respekt und ließ es sich in diesem Zusammenhang nicht nehmen, Kritik zu üben: „Wo sind eigentlich die geblieben, die zu Beginn der Pandemie den Pflegekräften auf den Balkonen zu klatschten? Während großen Playern wie der Lufthansa oder Thomas Cook mit Steuermitteln geholfen wird, warten Sie immer noch auf eine zugesagte finanzielle Anerkennung. Ich würde mir wünschen, dass die Klatscher von damals sich auch jetzt noch für eine finanzielle Anerkennung für die Pflegekräfte stark machen!“, appellierte der Schulleiter.

Auch Frau Kastner-Jenkewitz betonte die große Leistung, die von den Absolventinnen und Absolventen erbracht wurde: „Speziell die Altenpflegerinnen und –pfleger haben sich seit März aufopferungsvoll um die einsamen Menschen in den Einrichtungen gekümmert. Sie haben in den letzten drei Jahren nicht nur Fachwissen erworben, sondern in dieser für Sie besonders schweren Zeit Ihre Persönlichkeit besonders gestärkt“, sagte Frau Kastner-Jenkewitz. Ihr großer Dank galt den Klassenlehrerinnen Michaela Eisele, Melita Maier, Katharina Schweizer, Caroline Amann und Anja Kratschmer. Alle Klassenlehrerinnen fanden lobende Worte für ihre Schülerinnen und Schüler und blickten voller Wehmut auf die gemeinsam verbrachte Zeit zurück. Jede Klasse bedankte sich mit persönlichen Geschenken bei ihrer Klassenlehrerin. Frau Kratschmer gab ihrer Klasse mit Pipi Langstrumpfs Worten folgenden Rat mit auf den weiteren Weg: „Seid frech, wild und wunderbar!“ Und dies wurde von allen Klassen auch direkt in die Tat umgesetzt, denn Sekt und kleine Häppchen ließ sich der 2020-er Jahrgang nach der Zeugnisübergabe dann doch nicht nehmen.

Die folgenden Schülerinnen und Schüler haben die Ausbildung zur Altenpflegehelferin/zum Altenpflegehelfer geschafft: Joshua Christopher, Neslihan Dursun, Hakima El Koubai El Idrissi, Lara-Sophie Ferro, Musah Jaiteh, Lara Kalmbach, Maria Moysidou, Leonie Noudou, Michaela Tratberger, Fiorella Viola und Amjadwalo Wali; Tülay Franz, Gabriel Galdin und Denise Schmidt freuten sich sogar über eine Belobigung. Die Schulfremdenprüfung zur Altenpflegehelferin/zum Altenpflegehelfer haben Tanja Gehricke, Phily-Jane Hanner, Ute Hellstern, Gabriele Hilbert-Mößner, Jennifer Jenter und Benina Panic.

Die Ausbildung zur Altenpflegerin/zum Altenpfleger haben die folgenden Schülerinnen und Schüler erfolgreich abgelegt: Jennifer Bingert, Adrijana Galesic, Merve Gündüz, Stefanie Herrmann, Michelle-Cheyenne Ipsen, Viktoria Kadur, Vanessa Kast, Veronika Kojcubaev, Julija Larionova, Hannah Link, Marie-Christin Maag, Maria Machul, Dominique Meinicke, Amita Njabally, Lalaina Rasamoelijaona, Sabrina Sautter und Celine Werner; Relinde Aschoff, Ceyda Azrak, Lea Bantle, Jessica Blum, Lidia Borgia, Janina Bußmann, Tanja Cyprianus, Sandra Eckmayer, Liga Eichele, Nina Frank, Michaela Goltz, Stephanie Hoffmann, Janina Mayer, Durdica Meks, Andrea-Sarah Pfenning, Violetta Stauß, Sven Weber, Janine Wegstein-Sgeir und Sana Wengel erhielten eine Belobigung; über einen Preis freuten sich Dana Bombis, Katja Bross, Daniel Grimme, Laila Lorch, Ana Mendonca und Bettina Weigel, wobei es insgesamt vier Absolventinnen und Absolventen schafften, mit einem glatten Einser-Schnitt abzuschließen: Sabrina Herz, Anja Klingler, Vanessa Münsch und Peter Nüsseler.

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Donnerstag, 21 November 2019 20:22

Von der Schneiderin zur Altenpflegerin

Einen ungewöhnlichen Berufsweg beschreitet zurzeit Britta Schuler, Altenpflegeschülerin an der Pflegeschule (siehe Info) des Beruflichen Schulzentrums Hechingen. Vor über 30 Jahren begann sie ihre Karriere als Schneiderin und macht nun eine Ausbildung zur Altenpflegerin. In diesem Zusammenhang nahm sie am Erasmus-Praktikumsprogramm der Schule teil und wurde dort nicht nur als Schülerin des Monats, sondern sogar als „bisher außergewöhnlichste Schülerin des Monats“ ausgezeichnet – Gründe genug, diesen Berufsweg näher anzuschauen.

Frau Schuler, bitte erzählen ein bisschen über sich und Ihren Hintergrund.

Ich bin jetzt 50 Jahre alt und habe vor über 30 Jahren als Schneiderlehrling angefangen. Nach meiner Ausbildung erhielt ich die Möglichkeit, ein Studium in der Bekleidungsindustrie an einer Fachhochschule in Albstadt aufzunehmen. Danach trieb es mich immer wieder in die weite Welt. So habe ich etwa gleich nach dem erfolgreich absolvierten Studium zwei Jahre in Tunesien gearbeitet. Als meine Mutter 1999 starb, beschloss ich, nach Deutschland zurückzukehren und mich vor allem am Wochenende um meinen Vater zu kümmern. In dieser Zeit habe ich immer die Kleidungsproduktion im Ausland übernommen. Ich war verantwortlich für die Produktionsplanung, Qualitätskontrolle und pünktliche Lieferung an unsere Kunden. Ich habe es geliebt, mit all diesen Produktionsstätten zu kommunizieren, die meiste Zeit auf Englisch. Aufgrund unterschiedlicher Kulturen und Mentalitäten waren viele Herausforderungen zu bewältigen.

Was hat Sie dann ermutigt, einen kompletten Karrierewechsel hin zur Altenpflegerin zu durchlaufen?

Zum einen zog es mich wieder nach Hause, zum anderen hatte ich zuvor schon viele positive Erfahrungen mit älteren Menschen gesammelt: Während ich in der Nähe der Schweizer Grenze lebte, war ich Vorsitzender eines Sportvereins. Ich fühlte mich speziell für Ältere verantwortlich. Ich wollte diesen Sportverein am Leben erhalten und den Menschen die Möglichkeit zu geben, in ihrer Heimatstadt Sport zu treiben, insbesondere für ältere Menschen. Speziell von den Älteren habe ich viel Dankbarkeit erfahren. Wir haben zusammen Geburtstage gefeiert und ich habe es geliebt, ihre Lebensgeschichte zu hören. Ich habe mich bei ihnen wohl gefühlt. Die Leute sagten mir, ich könne gut mit älteren Menschen umgehen und habe ein Talent, sie zu ermutigen, wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen. Als ich die Chance bekam, eine Lehre in Altenpflege zu machen, nahm ich diese Herausforderung an und begann als Pflegekraft in einem großen Pflegeheim in der Nähe meines Zuhauses.

Wie haben Sie den Übergang von einer Büroarbeit hin zum praktischen Pflegedienst erlebt?

Während ich in einem Büro arbeitete, schmerzten mein Rücken und mein Nacken jeden Abend, weil ich den ganzen Tag auf einem Stuhl vor meinem Computer gesessen hatte. Jetzt schmerzen meine Beine jeden Abend, weil ich viel renne, wenn die Notrufglocke in der Einheit meines Pflegeheims läutet.

Gab es jemals Momente, in denen Sie an Ihrer Entscheidung zweifelten?

Am Anfang schon. Ich hatte Angst, meinen Freunden von diesem kompletten Karrierewechsel zu erzählen. Ich dachte, sie würden mich für verrückt halten, einen gut bezahlten Job als Ingenieurin zu kündigen, weit weg von zu Hause. Tatsächlich haben mich alle dazu ermutigt! Damit waren auch meine Zweifel ausgeräumt.

Was mögen Sie an Ihrer neuen Rolle am meisten?

Die Interaktion mit Menschen. Sich nützlich und wohltuend zu fühlen und ältere Menschen zu ermutigen, wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen.

Wie war es, bei Birchwood Grange Care Home in London zu arbeiten?

Es war schlichtweg großartig, dort zu arbeiten. Alle Leute waren sehr freundlich und ich fühlte mich von Anfang an als Teil der Familie. Von Anfang an im Team dabei zu sein, war eine sehr schöne Erfahrung, die ich sehr genossen habe. Alle Mitarbeiter ermutigten mich und ich erhielt Hilfe, wann immer es nötig war.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann ins Ausland zu ziehen, um Ihre Arbeit international fortzusetzen?

Vor ungefähr einem Jahr habe ich allen gesagt, dass ich es leid bin, so viel zu reisen und nur zu Hause bleiben möchte. Aber nach meiner großartigen Erfahrung in London würde ich dies nicht mehr ganz ausschließen wollen.

Welchen Rat würden Sie Auszubildenden geben, die sich überlegen am Erasmus- Praktikumsprogramm teilzunehmen?

Just do it! Habt keine Angst, diese Herausforderung anzunehmen. Man kann eigentlich nicht scheitern. Ihr werdet viel über eure sozialen Fähigkeiten lernen. Geht auf die Leute zu. Unterschiedliche Kulturen machen das Leben bunt.

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Sonntag, 15 Dezember 2019 18:27

Verantwortungsbewusstsein als Motivation

Insgesamt 300 Stunden Fortbildung haben 20 Pflegekräfte aus unterschiedlichen Bereichen investiert, um künftig angehende Pflegekräfte in der Praxis anleiten zu können.

Zunächst qualifizierten sich die Pflegekräfte aus den Bereichen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Intensivpflege 200 Stunden erfolgreich als Praxisanleiterinnen für Pflegeberufe. Im Zuge der Neukonzeption der Ausbildung in den Pflegeberufen konnte zusätzlich ein nochmals 100 Stunden umfassender Zusatzunterricht im Fach Berufs- und Arbeitspädagogik belegt werden. Aufgrund des Bestandschutzes durch ihre zuvor erworbene Anleiterqualifikation war dies zwar nicht verpflichtend, jedoch absolvierten die Teilnehmerinnen dieses Aufbaumodul freiwillig, da nur so eine wirklich umfassende Vorbereitung auf ihre neuen Aufgaben ermöglicht wird.

Der Schwerpunkt lag hierbei in der Ausbildung in der Generalistik: Wurden vormals die einzelnen Pflegebereiche getrennt voneinander behandelt, werden sie nun zusammen dargestellt und unterrichtet. Das Ziel hierbei ist die Professionalisierung der Pflege und letztlich die Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. „Wir haben mit diesem Kurs Neuland betreten und ich habe großen Respekt für das Engagement der Kursteilnehmerinnen“, sagte die Kursleiterin Doris Bendrin-Wahl bei der Überreichung der Zusatzqualifikationen am Beruflichen Schulzentrum Hechingen. Tatsächlich können die Kursteilnehmerinnen mittelfristig erstmal nicht auf ein höheres Gehalt oder einen Karrieresprung hoffen. Die Motivation 300 Stunden oftmals zusätzlich zur regulären Arbeit zu investieren, ist in erster Linie Verantwortungsbewusstsein. Dank der Zusatzqualifikation können die Kursteilnehmerinnen nun ihre Erfahrung an angehende Pflegefachkräfte weitergeben. Sie werden künftig direkt vor allem in das Ausbildungskonzept, die Gestaltung des praxisbezogenen Lernorts sowie die Beurteilung von Pflegeschülern miteinbezogen. Zwar war es der erste Kurs dieser Art, doch mit dessen Gestaltung und Ergebnis waren nicht zuletzt die Teilnehmerinnen hoch zufrieden: „Frau Bendrin-Wahl hat uns mit ihrem engagierten Unterricht das Lernen leicht gemacht“, lobten die 20 neuen Praxisanleiterinnen zum Abschluss ihre Lehrerin.

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Sonntag, 03 November 2019 18:14

Besondere Tage liegen hinter uns…

Im Rahmen der Altenpflegeausbildung der Klasse 3BFA3.2 fand am Anfang des 3. Ausbildungsjahr ein dreitägiges Seminar statt. Gemeinsam mit der Lehrerin Anja Kratschmer waren wir mit unserer Klasse im Waldheim Ebingen.

Thema dieses Seminars war „Beraten und Anleiten von Bewohnern/Patienten und ihren Angehörigen“. Beratung und Anleitung in der Pflege wird im Pflegealltag immer wichtiger. Bei dem Seminar stand neben dem Erwerb der Fachkompetenz das gemeinsame Miteinander im Mittelpunkt.

Im Vorfeld planten wir selbstständig die drei Tage: erstellten den Speiseplan, kauften ein, organisierten den Transport, waren für die Pausenaktivitäten verantwortlich und bereiteten die Abendgestaltung vor.

Wir schafften es trotz intensiver Arbeit auf engstem Raum mit Hilfe von viel Toleranz und gegenseitiger Rücksichtnahme viel Spaß zu haben und unheimlich viel zu lernen. „Gut war‘s, und gerne wieder…“ (Schülerinnen der Klasse)

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Dreißig Pflegekräfte aus Altersheimen, Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten haben ihre berufsbegleitende Weiterbildung am Beruflichen Schulzentrum Hechingen erfolgreich abgeschlossen. Damit sind sie nun zertifizierte Anleiter, die angehende Pflegekräfte in deren Ausbildung kompetent begleiten können. Die 29 Anleiterinnen sowie ein Anleiter wurden im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung von Schulleiter Dr. Roland Plehn verabschiedet. Er sprach den Absolventen seine Anerkennung aus und zollte ihnen großen Respekt für die erbrachten Leistungen während der Ausbildung.

In einem einstündigen Kolloquium hatten die Weiterbildungsteilnehmer der beiden Klassen in der Woche zuvor ihr Wissen und ihre erlernten Kompetenzen unter Beweis gestellt. Klassenlehrerin Doris Bendrin-Wahl stellte in ihrer Abschlussrede die Herausforderungen der zusätzlichen beruflichen Qualifikation in den Mittelpunkt und bedankte sich bei den Weiterbildungsteilnehmern für ihr großes Engagement während der einjährigen Ausbildung.

Die Weiterbildung umfasste 200 Unterrichtsstunden im Fach Berufs- und Arbeitspädagogik mit Themenschwerpunkten wie Vermittlung von Lernzielen, methodisch-didaktische Vermittlung von Pflegehandlungen, Lernpsychologie, Führen von verschiedenen Gesprächsarten, Motivation von Schülern und die Aufgaben als Anleitung. Im Rahmen einer praktischen Erprobungsphase hatten die Weiterbildungsteilnehmer die Möglichkeit, ihr erlerntes Wissen in ihrer Einrichtung umzusetzen. Sie führten eine geplante Anleitungssituation durch und reflektierten diese in Absprache mit ihrer Fachlehrerin. Als Dank und Anerkennung für die einjährige Betreuung und Begleitung überreichten die Sprecherinnen der zwei Ausbildungsklassen Blumenpräsente an die beiden Fachlehrerinnen Doris Bendrin-Wahl und Ulla Hellbach-Lodde.

Das Zertifikat als qualifizierte Anleiter in der Pflege erhielten:

Jenny Alina Auer, Elena Adela Balan, Fabian Bollinger, Carina Dehner, Diana Ebner, Swetlana Enns, Olga Erk, Tanja Fahnert, Angela Fleiner, Jannika Gauggel, Nadine Hellstern, Hanife Jasari, Viola Kaufmann, Meadhbh Kieran, Susanne Knutsen, Anja Katharina Leray, Alexandra Maximov, Elisabeth Neß, Saskia Raitze, Ina Ragg, Jana Rausz, Ulrike Reininger, Ann Kathrin Schaal, Nadine Schur, Wanda Seibert, Yvonne Seifert, Michaela Siems, Kathleen Thomann, Sawrina Vogel, Justine Wahl.
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