Feb 26, 2020 Marcus Paula 383times

Umweltprojekttage am BSZ

Insgesamt vier Insektenhotels wurden während der Projekttage gebaut Insgesamt vier Insektenhotels wurden während der Projekttage gebaut

Geschäftiges Treiben herrschte vor den Fasnetsferien am Beruflichen Schulzentrum Hechingen (BSZ): In den Projekttagen „Klimaschutz am BSZ Hechingen“ engagierten sich Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte in zwanzig unterschiedlichen Gruppen. Ihr gemeinsames Ziel: sich über den Klimawandel informieren und etwas dagegen tun.

Seit den Fridays-for-Future-Demonstrationen wird auch am BSZ das Thema Klimaschutz viel diskutiert. Doch die Projektkoordinatorinnen Martina Frey und Mirjam Schaper wollten nicht, dass es nur bei der Diskussion bleibt. „Die Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen des Projekts die Möglichkeit erhalten, sich über die Themen Klimawandel und Klimaschutz zu informieren, ihr Bewusstsein zu schärfen und dabei ihr eigenes Handeln zu reflektieren“, beschrieben die beiden Lehrinnen des BSZ ihre Zielsetzungen. Da sie sich mit den Projekttagen erfolgreich beim Wettbewerb der Stiftung „Kunst – Bildung – Kultur“ der Sparkasse Zollernalb beworben hatten und eine Förderung von 3.500 Euro erhielten, konnten knapp 600 Schülerinnen und Schüler und 72 Lehrkräfte von einem vielfältigen Angebot profitieren.

Die meisten Projekte waren klassenübergreifend organisiert. Einige Projekte hatten eher informativen Charakter, bei anderen ging es konkret darum, als Einzelner und als Schulgemeinschaft klima- und umweltfreundlicher sowie nachhaltiger zu handeln. So gab es etwa Workshops zu den Themen „Klima und Migration – Klimaflüchtlinge“ oder „CO 2-freier Strom“, letzteres inklusive Exkursion nach Rheinfelden zu Deutschlands größtem Laufwasserkraftwerk. Ein anderer Workshop legte den Fokus auf die berufliche Zukunft der Schülerinnen und Schüler und zeigte Berufe und Studiengänge im Umwelt- und Klimaschutz. Um die 30 Schülerinnen und Schüler informierten sich denn auch vor Ort an einem „day off“ an der Rottenburger Fachhochschule für Forstwirtschaft über entsprechende Studiengänge. Der Großteil der Projekte stellte jedoch das praktische Handeln in den Vordergrund. So verschrieben sich drei Workshops dem Upcycling von Dingen, die meist im Müll oder im Container landen. Aus Müll wurde Schmuck gefertigt, indem etwa ausgediente Kaffeekapseln zu Ohrringen oder alte Hemden zu Taschen verarbeitet wurden. Im Klamotten-Workshop wurden die gravierenden Auswirkungen der globalen Textproduktion aufgezeigt und eine Klamottentauschbörse eingerichtet. Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit klima- und umweltfreundlicher Geldanlage.

Viele Workshops hatten zum Ziel, den Schulalltag nachhaltig klimafreundlicher zu gestalten. Ganz konkret beschäftigte man sich etwa mit den Fragen, wie sich am BSZ noch besser Müll trennen und vermeiden und wie sich klimafreundliche Studien- und Klassenfahrten organisieren lassen. Dass die Ernährung eine große Rolle beim Klimaschutz spielt, zeigten die Workshops „kraut statt Kiwi: saisonal/regional einkaufen und kochen“ und „Pausenbrot und Mensaessen“, in dem Ideen für ein klimafreundliches Vesper und Impulse für die Betreiber der beiden Schulmensen erarbeitet wurden. Insekten dürfen sich dank vier neuer Insektenhotels am Schlossacker und einer noch zu pflanzenden Blühhecke auf ein neues Zuhause freuen. Ein wichtiger Abschnitt hin zur klimafreundlichen Schule soll die Zertifizierung als Fair Trade Schule sein.

Hinter jedem Workshop stand das Ziel, die Schülerinnen und Schüler für Klimaschutz zu sensibilisieren und zum Handeln zu animieren. „Unsere Schüler haben aus den Workshops viel mitnehmen können. Bestimmt auch, dass jeder zum Klimaschutz etwas beitragen kann“ zeigten sich Frau Frey und Frau Schaper zufrieden mit den Projekttagen.