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Wie jedes Jahr hilft die Schülermitverantwortung (SMV) des Beruflichen Schulzentrums Hechingen sozialen Projekten. Dieses Jahr können sich Schüler einer kenianischen Schule und herzkranke Kinder über eine finanzielle Unterstützung freuen.

Die SMV des Beruflichen Schulzentrums Hechingen hat für die diesjährige Spendenübergabe mit dem an der Schule stattfindenden Weihnachtsmarkt und dem Spendenlauf gesammelt. 600 € gingen an die Koisamu Mixed School in Kenia, die für das Geld Stühle und eine Tafel kaufen konnte. Die Kinder mussten hier ursprünglich auf dem Boden sitzen. Ermöglicht wurde der Kontakt über den Pädagogischen Austauschdienst, über den die Lehrerin Winni Korir aus Kenia für einige Wochen am Beruflichen Schulzentrum dem Unterricht beiwohnen konnte. Aufgrund der großen Unterschiede zwischen Deutschland und Kenia und freundlichen Kontakte war für die SMV schnell klar, dass eine Unterstützung durch eine Spende sehr sinnvoll ist.

Eine Summe von 700 € wurde an die Elterninitiative Herzkranker Kinder Tübingen e. V. gespendet. Frau Anneliese Andler bedankte sich stellvertretend für die Elterninitiative für die Hilfe: „Wir werden damit den nächsten Elterntreff finanzieren können.“ Die Initiative unterstützt Eltern, deren Kinder unter Herzkrankheiten leiden (siehe www.elhke.de).

Mittwoch, 26 Februar 2020 12:35

Umweltprojekttage am BSZ

Geschäftiges Treiben herrschte vor den Fasnetsferien am Beruflichen Schulzentrum Hechingen (BSZ): In den Projekttagen „Klimaschutz am BSZ Hechingen“ engagierten sich Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte in zwanzig unterschiedlichen Gruppen. Ihr gemeinsames Ziel: sich über den Klimawandel informieren und etwas dagegen tun.

Seit den Fridays-for-Future-Demonstrationen wird auch am BSZ das Thema Klimaschutz viel diskutiert. Doch die Projektkoordinatorinnen Martina Frey und Mirjam Schaper wollten nicht, dass es nur bei der Diskussion bleibt. „Die Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen des Projekts die Möglichkeit erhalten, sich über die Themen Klimawandel und Klimaschutz zu informieren, ihr Bewusstsein zu schärfen und dabei ihr eigenes Handeln zu reflektieren“, beschrieben die beiden Lehrinnen des BSZ ihre Zielsetzungen. Da sie sich mit den Projekttagen erfolgreich beim Wettbewerb der Stiftung „Kunst – Bildung – Kultur“ der Sparkasse Zollernalb beworben hatten und eine Förderung von 3.500 Euro erhielten, konnten knapp 600 Schülerinnen und Schüler und 72 Lehrkräfte von einem vielfältigen Angebot profitieren.

Die meisten Projekte waren klassenübergreifend organisiert. Einige Projekte hatten eher informativen Charakter, bei anderen ging es konkret darum, als Einzelner und als Schulgemeinschaft klima- und umweltfreundlicher sowie nachhaltiger zu handeln. So gab es etwa Workshops zu den Themen „Klima und Migration – Klimaflüchtlinge“ oder „CO 2-freier Strom“, letzteres inklusive Exkursion nach Rheinfelden zu Deutschlands größtem Laufwasserkraftwerk. Ein anderer Workshop legte den Fokus auf die berufliche Zukunft der Schülerinnen und Schüler und zeigte Berufe und Studiengänge im Umwelt- und Klimaschutz. Um die 30 Schülerinnen und Schüler informierten sich denn auch vor Ort an einem „day off“ an der Rottenburger Fachhochschule für Forstwirtschaft über entsprechende Studiengänge. Der Großteil der Projekte stellte jedoch das praktische Handeln in den Vordergrund. So verschrieben sich drei Workshops dem Upcycling von Dingen, die meist im Müll oder im Container landen. Aus Müll wurde Schmuck gefertigt, indem etwa ausgediente Kaffeekapseln zu Ohrringen oder alte Hemden zu Taschen verarbeitet wurden. Im Klamotten-Workshop wurden die gravierenden Auswirkungen der globalen Textproduktion aufgezeigt und eine Klamottentauschbörse eingerichtet. Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit klima- und umweltfreundlicher Geldanlage.

Viele Workshops hatten zum Ziel, den Schulalltag nachhaltig klimafreundlicher zu gestalten. Ganz konkret beschäftigte man sich etwa mit den Fragen, wie sich am BSZ noch besser Müll trennen und vermeiden und wie sich klimafreundliche Studien- und Klassenfahrten organisieren lassen. Dass die Ernährung eine große Rolle beim Klimaschutz spielt, zeigten die Workshops „kraut statt Kiwi: saisonal/regional einkaufen und kochen“ und „Pausenbrot und Mensaessen“, in dem Ideen für ein klimafreundliches Vesper und Impulse für die Betreiber der beiden Schulmensen erarbeitet wurden. Insekten dürfen sich dank vier neuer Insektenhotels am Schlossacker und einer noch zu pflanzenden Blühhecke auf ein neues Zuhause freuen. Ein wichtiger Abschnitt hin zur klimafreundlichen Schule soll die Zertifizierung als Fair Trade Schule sein.

Hinter jedem Workshop stand das Ziel, die Schülerinnen und Schüler für Klimaschutz zu sensibilisieren und zum Handeln zu animieren. „Unsere Schüler haben aus den Workshops viel mitnehmen können. Bestimmt auch, dass jeder zum Klimaschutz etwas beitragen kann“ zeigten sich Frau Frey und Frau Schaper zufrieden mit den Projekttagen.

In Frankfurt besuchte eine 12er-Klasse des Beruflichen Schulzentrums Hechingen im Rahmen des Projekts „Jugend und Wirtschaft“ die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die Schüler erhielten dabei Tipps, wie sie eigene Artikel über die Wirtschaft der Region verfassen können.

Das Projekt „Jugend und Wirtschaft“ wird in Kooperation mit dem medienpädagogischen IZOP-Institut, der FAZ und dem Deutschen Bankenverband angeboten. Vorrangiges Ziel ist es, junge Menschen aus ganz Deutschland an die Lektüre einer Tageszeitung heranzuführen und ihnen die Scheu vor wirtschaftlichen Themen zu nehmen. Hierzu erhalten teilnehmende Klassen nicht nur ein digitales Jahresabonnement der FAZ, sondern Ziel ist es auch, eigene Texte zu produzieren. Die Aufgabe der Hechinger ist es, Unternehmen aus der Region zu präsentieren, die in der alltäglichen Berichterstattung der Zeitungen kaum vorkommen, jedoch im deutschen oder internationalen Markt zu den Marktführern gehören. Nach einer Recherche zu diesen Hidden Champions, werden Interviews geführt und Artikel für den Wirtschaftsteil der Zeitung geschrieben. Unterstützt werden die Schülerinnen und Schüler von der Deutschlehrerin Susanne Eberhardt und der Wirtschaftslehrerin Ariane Ruoff. In Frankfurt besuchte die Klasse 12-4 am ersten Tag die Redaktion der FAZ. Die Artikel von vier Schülern wurden vor Ort mit der Wirtschaftsredakteurin Lisa Becker besprochen. Sie gab den Schülern Tipps, wie ein Artikel aufgebaut sein sollte und welche Inhalte er umfassen muss, um veröffentlicht zu werden. Ein gelungener Wirtschaftsartikel benötigt laut Becker vor allem Zahlen, Daten und Fakten. Sie riet den Schülern daher ganz genau nachzufragen, welche Besonderheiten der Produkte den Erfolg des Unternehmens begründen und wie sich dieser in wirtschaftlichen Zahlen, wie zum Beispiel Umsatzzahlen ausdrückt. Beim anschließenden Besuch der Druckerei konnte die Klasse den Andruck der Zeitung miterleben und bereits am Vorabend die druckfrische Zeitung des nächsten Tages mitnehmen. Der nächste Tag stand dann im Zeichen der Museen. Die Hälfte der Klasse besichtigte das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, die andere Hälfte bewunderte die Van-Gogh-Ausstellung im Frankfurter Städel. Wie gut die Schülerinnen und Schüler die Tipps ihrer Lehrerinnen und der FAZ-Wirtschaftsredakteurin umsetzen, werden die kommenden Monate zeigen: Die besten der eingereichten Artikel werden im Wirtschaftsteil der FAZ unter der Rubrik „Jugend und Wirtschaft“ veröffentlicht. Diese Rubrik ist immer am ersten Donnerstag eines Monats in der FAZ zu finden.

Die Klasse SGG 11/1 des Beruflichen Schulzentrums Hechingen nahm im Rahmen des „Stratosphären-Projektes“ der Irma-West-Gemeinschaft an einer Exkursion zur Sternwarte Zollernalb teil. Zusammen mit Physiklehrer Dr. Alexander Seyboldt und Klassenlehrer Tobias Eisenhardt lauschten die Schülerinnen und Schüler dem spannenden Vortrag zu Dimension und Aufbau des Weltraums. Fasziniert waren alle Teilnehmer von den Dimensionen, die der Weltraum einnimmt. Unser Sonnensystem ist dabei nicht größer als ein Staubkorn.

Im Anschluss an den Vortrag ging es in die Kuppel der Sternwarte. Hier steht ein Spiegelteleskop, durch welches die Schülerinnen und Schüler einen Blick auf den Mond werfen konnten. Zum Glück spielte das Wetter mit und es konnte ausgiebig der Mond beobachtet werden. Momentan erarbeitet die Klasse einen Versuch, der dann im Mai einer Jury vorgestellt wird. Mit etwas Glück fliegt dieser dann am 19. Juli mit einem Helium-Ballon in die Stratosphäre.

https://www.irma-west-kinderfest.de/aktuelles-iwg-hebt-ab/164-hechinger-schueler-erkunden-den-mond

https://www.irma-west-kinderfest.de/experimente-wettbewerb

Viel los war am Informationstag des Beruflichen Schulzentrums Hechingen. Zahlreiche Klassen aus den unterschiedlichsten Schulen informierten sich über das vielfältige Bildungsangebot. Sechs unterschiedliche Schularten gibt es am Beruflichen Schulzentrum Hechingen: Für Werkrealschüler bietet sich das AVdual an. Hier kann man seinen Hautschulabschluss nachholen, den Hauptschulabschluss verbessern und mit Unterstützung der Schule eine Lehrstelle finden oder einen mittleren Bildungsabschluss, die Fachschulreife, machen. Dank vier unterschiedlicher Profile (Gesundheit und Pflege, Ernährung und Hauswirtschaft, Ernährung und Gastronomie, Wirtschaft) findet jeder seinen Weg.

Für Schüler mit Mittlerer Reife sind das Berufskolleg und das Berufliche Gymnasium richtig. Das Hechinger Berufliche Gymnasium bietet mit seinen zwei unterschiedlichen Gymnasien (Sozial- und Gesundheitswissenschaftliches Gymnasium + Wirtschaftsgymnasium) vier unterschiedliche Profile. Hiermit ist man nach dem Abitur sowohl für eine duale Ausbildung als auch für ein Studium an einer Universität oder Hochschule bestens vorbereitet. Gleich welche Studienrichtung später ergriffen wird, eine wirtschaftliche oder sozial-gesundheitliche Grundbildung ist in jedem Beruf oder auch für das Privatleben von Vorteil. Neben den sehr praxisorientierten Berufskollegs mit Übungsfirmen und Geschäftsprozessen stellt auch das Berufskolleg für Wirtschaftsinformatik ein sehr attraktives Bildungsangebot für junge Menschen dar, die im Bereich Informatik ihre berufliche Zukunft sehen. Das Berufskolleg Gesundheit und Pflege bereitet hervorragend auf Berufe des Gesundheitsbereichs und des pflegerischen Bereichs vor.

Wer einen Lehrvertrag als Verkäufer, Einzelhändler, Büromanager, Industrie- oder Großhändler hat, ist in der kaufmännischen Berufsschule bestens aufgehoben. Angehende Köchinnen und Köche, Restaurantfachkräfte, Hotelfachkräfte sowie Fachkräfte für Systemgastronomie bildet die Berufsschule für das Hotel- und Gastgewerbe aus. Für verschiedene Pflegeberufe kann man sich am Hechinger Schulzentrum an drei unterschiedlichen Berufsfachschulen qualifizieren oder auch an der Zweijährigen Fachschule für Weiterbildung pflegerische Zusatzqualifikationen erlernen.

Wer noch über keine Deutschkenntnisse verfügt, kann das VAB-O (Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf ohne Deutschkenntnisse) besuchen. All diese Schularten präsentierten sich mit Vorträgen, wobei sich die Lehrkräfte der Schule immer auch viel Zeit für eingehende Beratungsgespräche nahmen. Besonders viel Aufmerksamkeit fanden Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums, die den interessierten Besuchern auf Augenhöhe ihre Schularten näherbrachten.

Donnerstag, 30 Januar 2020 10:27

Turniersieg trotz Harzverbots

Eine gelungene Premiere konnte die neu gegründete Handballmannschaft des Beruflichen Schulzentrums Hechingen feiern: Beim ersten Turnier holte die Schülermannschaft gleich den ersten Sieg.

Auf Initiative der Schülerschaft stellte das Berufliche Schulzentrum Hechingen (BSZ) erstmals eine Handballmannschaft für „Jugend trainiert für Olympia“. Neun Schüler aus verschiedenen Schularten und Klassen sowie die Lehrkräfte Bernd Haubennestel und Marcel Schopfer machten sich auf den Weg nach Ulm, um dort das Finale des Regierungsbezirks Tübingen zu bestreiten. Der Sieg sollte zwischen den Mannschaften unseres BSZ, des Ulmer Schubart-Gymnasiums und des Tübinger Carlo-Schmid-Gymnasiums ausgespielt werden.

Alle Spiele waren hart umkämpft und sorgten für Spannung bei allen Beteiligten. So ging das Spiel zwischen Ulm und Tübingen sogar 16:16 unentschieden aus. Das erste Spiel gegen das Carlo-Schmid-Gymnasium konnte die BSZ-Mannschaft um die beiden A-Junioren Bundesliga Spieler vom HBW, Nico Kübler und Noa Alilovic, mit 17:14 für sich entscheiden. Die Freude war groß, zumal anfängliche Pass-und Wurfungenauigkeiten aufgrund des in der Halle bestehenden Harzverbots im Spielverlauf kontinuierlich abgebaut werden konnten. Der Abiturient Patrick Lenz, ein Urgestein des TV-Hechingen, kam am besten ohne Harz zurecht und fand stets die Lücken in der gegnerischen Abwehr. Hinten sorgte Konstantin Tragas, selbst ausgebildeter Handballtorwart vom TV Hechingen, für Verzweiflung auf gegnerischer Seite.

Keine zehn Minuten nach Abpfiff wurde bereits zum zweiten Spiel gegen das Ulmer Schubart-Gymnasium angepfiffen. Professionelles Aufwärmen und einen eigens mitgebrachter Fanclub des Ulmer Teams beeindruckten die Hechinger nicht. Dank erstklassiger Abwehrarbeit und variantenreicher Spielzüge im Angriff konnte selbst der kurzzeitige Ausfall von Nico Kübler kompensiert werden. Das BSZ-Team führte zwischenzeitlich mit fünf Toren, die Ulmer gaben sich jedoch nicht auf und kamen wieder bis auf zwei Zähler ran. Doch der Teamgeist und der unbedingte Wille diese Führung nicht mehr herzugeben führten schließlich zum 14:12 Sieg. Damit hatte sich das Team des Beruflichen Schulzentrums Hechingen den verdienten RP-Sieg geholt und sich gleichzeitig für das Landesfinale im März in Allensbach qualifiziert. In den kommenden Wochen wollen sich die Schüler akribisch auf diese Aufgabe vorbereiten.

Mittwoch, 15 Januar 2020 12:27

Nachhaltigkeit aus erster Hand

Die in diesem Schuljahr neu gegründete Übungsfirma OFFROAD (Outdoor Fashion for Riding Orginals and Dogs) des Beruflichen Schulzentrums Hechingen widmet sich zurzeit intensiv dem Thema Nachhaltigkeit. Da die Patenfirma Loesdau einen Schwerpunkt im Bereich Bekleidung hat, beschäftigt man sich auch mit dem Rohstoff Baumwolle. Hierzu konnte ein Referent aus dem Baumwolle produzierenden Land Simbabwe gewonnen werden.

Dexter Marmazhira studiert Pharmazie in Heidelberg, ist aber auch für das Projekt „Grenzenlos“ des World University Services aktiv. Im Rahmen dieses Projekts werden Lehrkooperationen zu Nachhaltigkeits- und Globalisierungsthemen angeboten. Die Referenten und Referentinnen studieren an Hochschulen in Baden-Württemberg und kommen aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas und bringen somit neben ihren fachlichen Kenntnissen auch Lebenserfahrungen aus ihren Ländern mit. Die Wirtschaftslehrerinnen Alice Blocher und Ariane Ruoff freuten sich daher, Herrn Marmazhira als Referenten begrüßen zu können.

Als Herr Marmazhira vor vier Jahren aus Simbabwe zum Studieren nach Deutschland kam, war er verwundert darüber, wie hierzulande mit Kleidung umgegangen wird. „Die Deutschen haben sehr viel Kleidung, tragen diese aber nicht oft, bevor sie sie wieder wegschmeißen. Wenn man weiß, mit welchem Aufwand Baumwolle angebaut und Kleidung produziert wird, ist das ziemlich schockierend“, sagte Herr Marmazhira, dessen Eltern als Kleinbauern auch Baumwolle produzieren. Er zeigte den Schülerinnen und Schülern, unter welchen ökologischen und sozialen Bedingungen Baumwolle in Simbabwe angebaut wird. Die Planzungen brauchen sehr viel Wasser und aufgrund der Anfälligkeit für Schädlinge werden in den großen Monokulturen viele Pestizide eingesetzt. Beides wirke sich negativ auf die Gesundheit der Baumwollbauern und die Fruchtbarkeit der Böden aus. Herr Marmazhira erläuterte der Berufskolleg-Klasse weiter, welch ungeheurer Aufwand in der Produktion beispielsweise einer Jeans stecke. So habe eine Jeans, bevor sie beim europäischen Verbraucher sei, aufgrund der globalisierten Produktion eine Strecke von etwa 58.000 km zurückgelegt. Am Ende landen die Baumwoll-Produkte dann über Altkleider-Container vielleicht wieder in Afrika, wo selbst in einem Baumwolle produzierenden Land wie Simbabwe die Menschen sich neue, im Land produzierte Kleidung nicht leisten können. Ausgehend von dieser Problematik erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler Vorschläge, wie man die Ressource Baumwolle besser schonen könnte, etwa beim Kleidungskauf auf Qualität und damit Langlebigkeit zu achten.

Freitag, 20 Dezember 2019 19:51

Mützen für Wohnungslose

Häkelnd Gutes tun – das hatten sich die fünf Lehrerinnen und zwei Schülerinnen des Beruflichen Schulzentrums Hechingen vorgenommen. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Es scheint, als hätten sich die fünf Lehrinnen Sandra Bauer, Marion Godon, Jolan Schneider-Kis, Mirjam Schaper und Linda Stocker sowie die beiden Schülerinnen Marie Bisinger und Sabrina Braun aus der Klasse 12/4 auf die Suche nach einer vorweihnachtlichen Win-Win-Situation begeben: Wie lässt sich eine besinnliche Adventszeit verbringen und wie kann man dabei noch etwas Gutes tun? Die Antwort: einfach mit viel Freude schöne warme Mützen für Wohnungslose häkeln. Insgesamt 28 Mützen schafften die sieben fleißigen Häklerinnen, nicht zuletzt dank einer großzügigen Wollspende der Hechinger Wolle-Firma Opal. Freuen über die Mützen dürfen sich Wohnungslose des Balinger JakobusHauses der Caritas.

Donnerstag, 21 November 2019 20:31

Gemeinsam in London

Die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums Hechingen, die am Erasmus-Programm teilgenommen haben, sind zurück in der Heimat. Durch die Fusion der beiden beruflichen Schulen ist die Teilnehmerzahl von 30 im Vorjahr auf 40 gestiegen. Um den gelungenen Aufenthalt abzurunden und in Erinnerungen zu schwelgen, lud die Schule alle Beteiligte zum Fünf-Uhr-Tee.

Altenpfleger und -pflegerinnen, Einzelhändler, Industriekaufleute, Groß- und Außenhandelskaufleute, Hotel- und Restaurantfachangestellte, Kaufleute für Büromanagement sowie Köche und Köchinnen im zweiten und dritten Lehrjahr hatten im Rahmen des Erasmus+-Programms der Europäischen Union die Möglichkeit für drei Wochen London zu besuchen. Während dieser Zeit erhielten die Auszubildenden einen einwöchigen Intensiv-Sprachkurs an einem Sprach-College, um anschließend für zwei Wochen ein Praktikum in einem passenden kaufmännischen Betrieb zu machen.

Die meisten der kaufmännischen Schülerinnen und Schüler besuchten nicht nur London, sondern nahmen auch erfolgreich an der Zusatzqualifikation „Internationale Geschäftsbeziehungen“ teil. Seit eineinhalb Jahren gingen sie zusätzlich zum regulären Berufsschulunterricht einen Nachmittag fünf Stunden in die Schule, um sich für den globalen Markt fit zu machen. So kamen insgesamt 310 zusätzliche Stunden zusammen.

Der Aufenthalt wurde von allen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Ausbildern durchweg positiv bewertet. Auch in London selbst hat sich die Hechinger Azubi-Gruppe bestens präsentiert: Sowohl das ADC-Sprach-College als auch die englischen Betriebe und Einrichtungen waren voll des Lobes. Die angehende Altenpflegerin Britta Schuler wurde gar zur „bisher außergewöhnlichsten Schülerin des Monats“ gekürt (siehe Interview). In den jeweiligen Betrieben wurden die Kompetenzen der deutschen Auszubildenden äußerst positiv bewertet, was direkt auf die hohe Qualität der dualen Ausbildung verweist.

Der Schule war es ein Anliegen, das Engagement der Schüler nochmals im heimischen Hechingen zu würdigen. Sie lud daher zu einem abschließenden Fünf-Uhr-Tee ein. „Aus vielen Einzelgesprächen weiß ich, wie gut euch der Aufenthalt getan hat und dass ihr euch beruflich wie persönlich weiterentwickelt habt“, sagte der Bereichsleiter der Kaufmännischen Berufsschule, Dirk Bantleon. Auch Schulleiter Dr. Roland Plehn war voll des Lobes: „Die Schülerinnen und Schüler haben als Botschafter unserer Schule die Schulgemeinschaft hervorragend vertreten. Ihnen ist es gelungen, alle kulturellen und sprachlichen Hürden zu meistern.“ Sein ausdrücklicher Dank galt den Betrieben, die die Schülerinnen und Schüler sowohl für den nachmittäglichen Unterricht als auch meist für den London-Aufenthalt freigestellt hatten.

Mit Gurkensandwiches, Roastbeef-Sandwich, Scones mit clotted cream und vielen weiteren typisch englischen Leckereien konnten sich alle über die Zeit in London austauschen. Auch im nächsten Schuljahr wird das Berufliche Schulzentrum Hechingen wieder ein Programm in London anbieten.

Donnerstag, 21 November 2019 20:22

Von der Schneiderin zur Altenpflegerin

Einen ungewöhnlichen Berufsweg beschreitet zurzeit Britta Schuler, Altenpflegeschülerin an der Pflegeschule (siehe Info) des Beruflichen Schulzentrums Hechingen. Vor über 30 Jahren begann sie ihre Karriere als Schneiderin und macht nun eine Ausbildung zur Altenpflegerin. In diesem Zusammenhang nahm sie am Erasmus-Praktikumsprogramm der Schule teil und wurde dort nicht nur als Schülerin des Monats, sondern sogar als „bisher außergewöhnlichste Schülerin des Monats“ ausgezeichnet – Gründe genug, diesen Berufsweg näher anzuschauen.

Frau Schuler, bitte erzählen ein bisschen über sich und Ihren Hintergrund.

Ich bin jetzt 50 Jahre alt und habe vor über 30 Jahren als Schneiderlehrling angefangen. Nach meiner Ausbildung erhielt ich die Möglichkeit, ein Studium in der Bekleidungsindustrie an einer Fachhochschule in Albstadt aufzunehmen. Danach trieb es mich immer wieder in die weite Welt. So habe ich etwa gleich nach dem erfolgreich absolvierten Studium zwei Jahre in Tunesien gearbeitet. Als meine Mutter 1999 starb, beschloss ich, nach Deutschland zurückzukehren und mich vor allem am Wochenende um meinen Vater zu kümmern. In dieser Zeit habe ich immer die Kleidungsproduktion im Ausland übernommen. Ich war verantwortlich für die Produktionsplanung, Qualitätskontrolle und pünktliche Lieferung an unsere Kunden. Ich habe es geliebt, mit all diesen Produktionsstätten zu kommunizieren, die meiste Zeit auf Englisch. Aufgrund unterschiedlicher Kulturen und Mentalitäten waren viele Herausforderungen zu bewältigen.

Was hat Sie dann ermutigt, einen kompletten Karrierewechsel hin zur Altenpflegerin zu durchlaufen?

Zum einen zog es mich wieder nach Hause, zum anderen hatte ich zuvor schon viele positive Erfahrungen mit älteren Menschen gesammelt: Während ich in der Nähe der Schweizer Grenze lebte, war ich Vorsitzender eines Sportvereins. Ich fühlte mich speziell für Ältere verantwortlich. Ich wollte diesen Sportverein am Leben erhalten und den Menschen die Möglichkeit zu geben, in ihrer Heimatstadt Sport zu treiben, insbesondere für ältere Menschen. Speziell von den Älteren habe ich viel Dankbarkeit erfahren. Wir haben zusammen Geburtstage gefeiert und ich habe es geliebt, ihre Lebensgeschichte zu hören. Ich habe mich bei ihnen wohl gefühlt. Die Leute sagten mir, ich könne gut mit älteren Menschen umgehen und habe ein Talent, sie zu ermutigen, wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen. Als ich die Chance bekam, eine Lehre in Altenpflege zu machen, nahm ich diese Herausforderung an und begann als Pflegekraft in einem großen Pflegeheim in der Nähe meines Zuhauses.

Wie haben Sie den Übergang von einer Büroarbeit hin zum praktischen Pflegedienst erlebt?

Während ich in einem Büro arbeitete, schmerzten mein Rücken und mein Nacken jeden Abend, weil ich den ganzen Tag auf einem Stuhl vor meinem Computer gesessen hatte. Jetzt schmerzen meine Beine jeden Abend, weil ich viel renne, wenn die Notrufglocke in der Einheit meines Pflegeheims läutet.

Gab es jemals Momente, in denen Sie an Ihrer Entscheidung zweifelten?

Am Anfang schon. Ich hatte Angst, meinen Freunden von diesem kompletten Karrierewechsel zu erzählen. Ich dachte, sie würden mich für verrückt halten, einen gut bezahlten Job als Ingenieurin zu kündigen, weit weg von zu Hause. Tatsächlich haben mich alle dazu ermutigt! Damit waren auch meine Zweifel ausgeräumt.

Was mögen Sie an Ihrer neuen Rolle am meisten?

Die Interaktion mit Menschen. Sich nützlich und wohltuend zu fühlen und ältere Menschen zu ermutigen, wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen.

Wie war es, bei Birchwood Grange Care Home in London zu arbeiten?

Es war schlichtweg großartig, dort zu arbeiten. Alle Leute waren sehr freundlich und ich fühlte mich von Anfang an als Teil der Familie. Von Anfang an im Team dabei zu sein, war eine sehr schöne Erfahrung, die ich sehr genossen habe. Alle Mitarbeiter ermutigten mich und ich erhielt Hilfe, wann immer es nötig war.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann ins Ausland zu ziehen, um Ihre Arbeit international fortzusetzen?

Vor ungefähr einem Jahr habe ich allen gesagt, dass ich es leid bin, so viel zu reisen und nur zu Hause bleiben möchte. Aber nach meiner großartigen Erfahrung in London würde ich dies nicht mehr ganz ausschließen wollen.

Welchen Rat würden Sie Auszubildenden geben, die sich überlegen am Erasmus- Praktikumsprogramm teilzunehmen?

Just do it! Habt keine Angst, diese Herausforderung anzunehmen. Man kann eigentlich nicht scheitern. Ihr werdet viel über eure sozialen Fähigkeiten lernen. Geht auf die Leute zu. Unterschiedliche Kulturen machen das Leben bunt.