Etwa 150 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums Hechingen (BSZ) liefen im Fürstengarten für den guten Zweck. Im Vorfeld mussten Sponsoren gefunden werden. Dies waren in der Regel Lehrkräfte, Eltern aber auch Firmen. Bei angenehmen Temperaturen spulten Schüler und Lehrkräfte Runde um Runde der 1,6 Kilometer langen Strecke ab. Luca Fahrenholz und Jule Zimmermann schafften jeweils stolze 15 Runden, also 24 km und damit mehr Kilometer als bei einem Halbmarathon. Auch einige Lehrkräfte stellten sich der Herausforderung im Fürstengarten, allen voran Markus Riester, der mit 16 Runden glänzte und den diesjährigen Rekord beim BSZ-Spendenlauf aufstellte.
Die Läuferinnen und Läufer haben nun noch die Aufgabe, bei ihren Sponsoren die zugesagten Spenden abzuholen. Doch schon jetzt ist absehbar, dass eine sehr respektable Summe zusammenkommt. Diese geht je zur Hälfte an den Hechinger Tafelladen und El Pueblo Unido, einem Verein zur Unterstützung lateinamerikanischer Schulen.
Diese Woche durfte die Schulgemeinschaft des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) vierzehn Studenten aus Japan empfangen. Thomas Bartle, der den Aufenthalt in Hechingen und das Programm federführend organisiert hatte, sowie der begleitende Professor Sven Holst aus Japan wurden im Atrium am Schlossberg von der stellvertretenden Schulleiterin Leonie Schneider-Loye und einer elften Klasse des beruflichen Gymnasiums herzlich begrüßt. Schneider-Loye brachte dabei sowohl ihre Freude über den kulturellen Austausch als auch ihre Begeisterung für das deutsche Bildungssystem, speziell natürlich das berufliche Schulwesen zum Ausdruck.Undgenau dieses deutsche Bildungssystem ist auch der Schwerpunkt des diesjährigen Aufenthaltes der japanischen Studenten.
Thomas Bartle freute sich darüber, wie offen sich die Jugendlichen miteinander unterhielten
Doch was verschlägt diese Studenten aus dem fernen Japan ausgerechnet nach Hechingen und ausgerechnet ans BSZ? Thomas Bartle, ein pensionierter Polizist und begeisterter ehrenamtlicher Musiker, machte vor Jahren einmal in seiner Funktion als Vorstand im Bundesverband Amateurmusik Sinfonie- und Kammerorchester eine Reise nach Japan. „Offenheit, Ehrlichkeit, Achtsamkeit und Hilfsbereitschaft der Japaner haben mich schwer beeindruckt“, blickte Bartle zurück. Zufällig gibt es nun seit vielen Jahren im Zollernalbkreis exklusiv einen Freundeskreis, der in Kontakt mit verschiedenen japanischen Universitäten steht. Eben dieser suchte nun Gastfamilien für japanische Studierende, wofür sich Bartle sofort bereit erklärte. Mittlerweile ist er derjenige, der die Unterbringung in Hechinger Gastfamilien und zusammen mit dem Kreisjugendring ein Programm im Zollernalbkreis organisiert. Während der thematische Schwerpunkt letztes Jahr auf hiesigen Unternehmen lag, wird den Studenten diesmal ein Einblick in das deutsche Bildungssystem gegeben. „Wir besuchen die Realschule, das Gymnasium und eben auch die beruflichen Schulen in Hechingen und Balingen“, so Bartle. Aber nicht nur das deutsche Bildungssystem steht auf dem vielfältigen Programm: „Die Hechinger Firma Merz hat eine Betriebsbesichtigung organisiert und bei der Oper in Stuttgart konnten wir einen Einblick hinter die Kulissen bekommen. Auch Bürgermeister Philipp Hahn und das Balinger Landratsamt dürfen sich noch auf einen Besuch von uns freuen“, so Bartle.
Teresina Bixenstein
In Japan lernt man wie in Deutschland bereits in der Grundschule Englisch. Eine zweite Fremdsprache ist aber erst an der Universität verpflichtend. Um an einer universitären Reise nach Deutschland teilnehmen zu können, müssen die Studierenden aller Fakultäten bereits ein Jahr Deutsch gelernt haben. Weil es mit den Deutschkenntnissen daher noch nicht so weit her ist, fand die Kommunikation am BSZ vor allem auf Englisch statt. Nach der Begrüßung startete direkt der Austausch mit einer elften Klasse des beruflichen Gymnasiums, die im Fach Global Studies von Studienrätin Lea Freund unterrichtet wird. Anhand von fünf Stationen unterhielten sich die deutschen Schülerinnen und Schüler mit den japanischen Studenten über Themen wie etwa „Werte und soziale Normen“, „Deutsche Feste“ und natürlich auch „Schule und Bildung“. „Im Fach Global Studies geht es vor allem um das Kennenlernen anderer Kulturen, und das auf Englisch. Da passen der heutige Tag und die Vorbereitung darauf natürlich bestens in Konzept“, freute sich Freund darüber, wie offen sich Deutsche und Japaner miteinander unterhielten. Nach einer Schulhausführung freuten sich alle Beteiligten über das von BSZ-Auszubildenden zubereitete und servierte Mittagessen. „Der heutige Tag ist eine tolle Gelegenheit, mit der japanischen Kultur in Kontakt zu kommen“, sagte dabei Teresina Bixenstein und zeigte sich begeistert darüber, wie nett, interessiert und gesprächig sich der Besuch aus Japan präsentierte. Auch Nina Papadopoulos war ganz angetan: „Nachher werde ich mir noch einige Nummern sichern. Mit einigen Studenten würde ich sehr gerne in Kontakt bleiben“, so Papadopoulos.
Nina Papadopoulos
Käsespätzle und Salat schmeckten den japanischen Studenten sehr gut. „Das deutsche Essen ist toll“, lobte auch gleich die Chemiestudentin Sakashita Kisa. Sie fand auch die Einblicke in das deutsche Bildungssystem sehr interessant, da es im Vergleich zum japanischen ganz anders aufgebaut sei.
Sakashita Kisa
Die japanische Delegation besuchte abschließend noch die BSZ-Pflegeklasse aus Myanmar. Nach einem zweiwöchigen Deutsch-Intensivkurs in München und dem einwöchigen Aufenthalt im Zollernalbkreis werden die japanischen Studenten noch zwei Wochen lang Deutschland auf eigene Faust bereisen.
Das Berufliche Schulzentrum Hechingen (BSZ) ist eine von 401 Schulen, die sich am Projekt Juniorwahl zur kommenden Landtagswahl beteiligt. Über 1.000 Schülerinnen und Schüler nehmen damit in der Woche vor der Landtagswahl an der Juniorwahl teil und setzen so ein starkes Zeichen für politisches Interesse und gesellschaftliches Engagement.
Die Juniorwahl versteht sich als wichtiger Baustein in der Demokratiebildung. Mit ihr wird Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, den Ablauf einer echten Wahl zu simulieren. Die Wahl am BSZ findet dabei natürlich unter realistischen Bedingungen statt – mit Wahlkabinen, Stimmzetteln und einer Auszählung der Stimmen. So sollen das Bewusstsein für demokratische Prozesse geschärft und junge Menschen frühzeitig für Politik begeistert werden.
„Nachdem das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt wurde, kommt der Juniorwahl eine besonders große Bedeutung zu. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur, wie eine Wahl abläuft, sondern setzen sich auch vorab im Unterricht mit politischen Themen auseinander. Gerade in Zeiten politischer Herausforderungen ist es wichtig, jungen Menschen die Bedeutung von Wahlen als hohes Gut der Demokratie zu vermitteln“, betont Schulleiter Arndt Bayer die Wichtigkeit der Juniorwahl.
Selbstverständlich dürfen bei der Juniorwahl alle Schülerinnen und Schüler wählen, auch diejenigen, die noch nicht 16 Jahre alt sind oder keine deutsche Staatbürgerschaft haben. Damit werden bis auf den Wahlgrundsatz „allgemein“ alle anderen Wahlgrundsätze eingehalten. „Natürlich ist die Wahl frei, wir zwingen niemanden daran teilzunehmen“, versichert Ronja Bentele, die die Juniorwahl gemeinsam mit ihren Kollegen Felix Hauser, Matthias Loy, Christoph Müller, Alexander Storz und Mirjam Schaper organisiert. „Bestimmt können wir so viele unserer wahlberechtigten Schülerinnen und Schüler motivieren, auch bei der Landtagswahl am 8. März von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen“, gibt Bentele ein weiteres wichtiges Ziel der Juniorwahl an.
Bei den Schülerinnen und Schülern kommt das Angebot gut an. Annika Lo Giudice aus dem Berufskolleg findet es spannend, wie die Schülerschaft des BSZ abstimmt. „Ich glaube auch, dass durch die Juniorwahl und deren Vorbereitung im Unterricht einige motiviert werden, tatsächlich wählen zu gehen“, meinte sie nach der Abstimmung. Die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre sieht ihr Klassenkollege Lusa Panozzo ambivalent: „Einerseits finde ich das gut, denn so können sich Jugendliche besser einbringen. Andererseits habe ich Bedenken, weil manchen schon noch einiges an Erfahrung fehlt, um seriös abzustimmen“, so Panozzo. können.
Das Gesamtergebnis der Juniorwahl wird wie bei der der offiziellen Landtagswahl www.juniorwahl.de veröffentlicht und bietet spannende Einblicke in das politische Meinungsbild von Jugendlichen. Wie die Schülerinnen und Schüler des BSZ abgestimmt haben, wird allerdings nur an der Schule veröffentlicht.
Unter dem Motto „Deine Stimme zählt“ stand die erste Jugendkonferenz am Beruflichen Schulzentrum Hechingen. Hierbei ergab sich für Schüler und Schülerinnen verschiedener Schularten die Möglichkeit, sich über Anregungen und Wünsche an die Politik auszutauschen. Unter Leitung eines Moderationsteams aus fünf Schülerinnen durchliefen die Teilnehmenden verschiedene Thementische, an welchen rege diskutiert wurde. Themen wie Sicherheit und Frieden, mentale Gesundheit oder Gleichberechtigung waren den Jugendlichen dabei besonders wichtig. Die erarbeiteten Forderungen werden bei der Landesjugendkonferenz im kommenden Sommer dem Landtag vorgestellt. Die Teilnehmenden verließen die Konferenz mit dem Denkanstoß, dass sie nur etwas bewirken können, wenn sie aktiv werden und ihre Stimme nutzen. Schulleiter Arndt Bayer freute insbesondere mit Blick auf die nahenden Landtagswahlen über die hohe Beteiligung und das große Engagement der Jugendlichen. Er lobte die Jugendkonferenz als einen wichtigen Schritt zu mehr Teilnahme der Schülerschaft am politischen Geschehen.
Das Berufliche Schulzentrum Hechingen (BSZ) informierte am Infotag der Beruflichen Schulen des Zollernalbkreises über sein vielfältiges Angebot. Schülerinnen und Schüler von Haupt-, Real-, Gemeinschaftsschulen und auch allgemeinbildenden Gymnasien aus Balingen, Bisingen, Burladingen, Haigerloch, Hechingen und Rangendingen konnten einen Einblick in das vielfältige Angebot des Schulzentrums bekommen. So konnten sie die künftige Schule aus nächster Nähe kennen lernen und direkt den nächsten Karriereschritt einleiten. Gegen Mittag und Nachmittag informierten sich auch viele Eltern gemeinsam mit ihren Kindern über die Schule.
Information auf Augenhöhe gab es auch vom Team Finanzmanagement
Bestens aufgenommen wurden die Gäste dabei nicht nur von den BSZ-Lehrkräften, sondern vor allem durch BSZ-Schülerinnen und -Schüler. Einige hatten die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler von außerhalb zu begrüßen und zum jeweiligen Ziel zu bringen, andere informierten über die unterschiedlichen Profile der Schule.
Madeline Gregus und ihre Lehrerin Swenja Koschruk von der Balinger Sichelschule fühlten sich am BSZ bestens aufgenommen
Sehr gerne wurden dabei verschiedene Mitmachangebote angenommen. VR-Brillen, mit denen das menschliche Skelett samt Muskelapparat studiert werden konnte, Quizze zu verschiedenen Fächern bis hin zum fachgerechten Wickeln von Puppen, für alle Interessen war etwas dabei. So auch für Madeline Gregus, die gerade noch die 9. Klasse der Sichelschule in Balingen besucht. Sie informierte sich genauer über das AVdual und das Profil Hauswirtschaft. Dass sie dabei gleich praktisch aktiv werden und einen Schlüsselanhänger nähen konnte, machte ihr sichtlich Spaß: „Mir gefällt es hier richtig gut. Ich denke, das wird meine neue Schule“, meinte sie daher auch. Ihre begleitende Lehrerin Swenja Koschruck berichtete, dass die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse an der Sichelschule wählen dürfen, ob sie am Infotag nach Balingen, Albstadt oder Hechingen gehen wollen. „Einige entscheiden sich dabei bewusst für das BSZ. Es hat einen guten Ruf, bestimmte Profile sind hier für einige interessant, aber auch Freunde, die hier schon zur Schule gehen, spielen eine Rolle“, so Koschruck. Das Profil „Gesundheit und Pflege“ war für Aliyah Wornath und Maria Köhn ausschlaggebend, nach Hechingen zu kommen. „Wir möchten nächstes Jahr hier im Berufskolleg weitermachen“, meinten die beiden und waren vom Infotag begeistert.
Aliyah Wornath und Maria Köhn freuen sich jetzt schon auf das nächste Schuljahr, dann im Profil Gesundheit und Pflege am BSZ
Neben Präsentationen zu den einzelnen Schularten, die von intensiven Beratungsgesprächen begleitet wurden, standen die unterschiedlichen Profile des BSZ im Fokus: Hauswirtschaft, Pädagogik-Psychologie-Soziales, Gesundheit und Pflege sowie Wirtschaft und Finanzmanagement präsentierten sich in verschiedenen Klassenzimmern. Auch die allgemeinbildenden Fächer zeigten sich am Infotag von ihrer besten Seite. Des Weiteren wurde deutlich dass auch Bienen-AG, Einführungstage, Erasmusprogramm, Lerncoaching, Literatur und Theater, Schulorchester, soziales Engagement und spannende Studienfahrten und vieles mehr das BSZ zu einer besonderen Schule machen. Daher war auch für das leibliche Wohl dank verschiedener Essenstände sowie dem BSZ-Barista-Team hervorragend gesorgt. Musikalisch begleitet wurde der Infotag durch den BSZ-Gymnasiasten Lukas Holocher am Piano. Selbst ein Feueralarm, ausgelöst durch wohlriechenden Rauch aus der Küche in Kombination mit offenen Türen, konnte den harmonischen Gesamteindruck nicht trüben. Nachdem alle das Gebäude souverän verlassen hatten und die automatisch informierte, schnell herbeigeilte Feuerwehr Entwarnung gab, wurde der Infotag durch die BSZ-Schulgemeinschaft reibungslos fortgesetzt.
Das BSZ-Barista-Team
Schulleiter Arndt Bayer war daher auch mit dem diesjährigen Infotag rundum zufrieden. „Uns bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Wir haben uns heute bestens präsentiert. Bestimmt dürfen wir nächstes Schuljahr viele der heutigen Gäste als neue Schülerinnen und Schüler des BSZ begrüßen.“